Fragen und Antworten zum Wildtiermanagement

Wildtiermanagement – was heißt das eigentlich?

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Im Wildtiermanagement geht es darum, die Ansprüche der Wildtiere an ihren Lebensraum mit den Ansprüchen der unterschiedlichen menschlichen Nutzergruppen in Einklang zu bringen.

Das Wildtiermanagement beinhaltet drei Aspekte: die Regulation der Wildbestände durch Jagd, die wissenschaftliche Beobachtung und Dokumentation von Wildtieren und die Planung, durch die die Wildtiere mit den Menschen in Einklang gebracht werden können.

Im Zentrum des Wildtiermanagements steht die Frage: Wie soll in einem Nationalpark mit den großen Säugetieren, dem Hirsch, dem Wildschwein und dem Reh umgegangen werden?

Große Säugetiere, seien es die Elefanten in Afrika oder die Rothirsche im Schwarzwald, gehören zu den Hauptattraktionen von Schutzgebieten. Zudem sind diese Wildtiere auch wichtige Gestalter des Lebensraums, die auch maßgeblich dafür verantwortlich sind, wie sich die Vegetation entwickelt. Nicht umsonst bezeichnet man sie auch als Bio-Ingenieure. Nun können große Wildtiere wie Rothirsche aber auch beträchtliche Veränderungen in den angrenzenden Wirtschaftswäldern oder landwirtschaftlichen Flächen bewirken – für die dort wirtschaftenden Menschen ein Schaden und darum ein Problem.

Ansprüche der Tiere und Menschen in Einklang bringen

Im Wildtiermanagement geht es darum, die Ansprüche der Wildtiere an ihren Lebensraum mit den Ansprüchen der unterschiedlichen menschlichen Nutzergruppen in Einklang zu bringen. Aldo Leopold, der Vater des modernen Wildtiermanagements, sagte einmal sinngemäß:

„Beim Wildtiermanagement geht es zu 80 Prozent um Menschen und deren Interessen und nur zu 20 Prozent um Wildtiere. Mit Wildtieren umzugehen ist sehr einfach, mit Menschen umzugehen sehr schwer.“

In einem Nationalpark haben die Tiere und ihre Bedürfnisse grundsätzlich Vorrang vor dem Menschen. Trotzdem geht es auch im Nationalpark beim Wildtiermanagement vorwiegend um menschliche Interessen und zwar um die Wünsche der angrenzenden Grundbesitzenden.

Im Wildtiermanagement greifen viele Fachrichtungen ineinander, wie etwa die Wildbiologie und die Veterinärmedizin, die Jagd, die Land- und Forstwirtschaft, die Raumplanung, das Schutzgebietsmanagement und die Kommunikation.

Das Wildtiermanagement umfasst sowohl Analyse und Feldforschung als auch den praktischen Umgang mit den Wildtieren und ihren Lebensräumen. Wobei hier nur die Wildtiere gemeint sind, die ein Eingreifen durch den Menschen unter Umständen notwendig machen, also Hirsch, Reh, Wildschwein und ihre Prädatoren (Beutegreifer) Luchs und Wolf. Bei letzteren beschränkt sich das Management allerdings auf ein intensives Monitoring, also eine wissenschaftliche Beobachtung und Dokumentation.