Fragen und Antworten zum Wildtiermanagement

Wie geht es weiter? Konkrete erste Schritte.

Karte: Zonen mit und ohne Wildtiermanagement

Der Nationalpark Schwarzwald ist bis zum Jahr 2044 ein sogenannter Entwicklungsnationalpark. Er hat 30 Jahre Zeit, sich der Vision „Natur Natur sein lassen“ Schritt für Schritt anzunähern. Auf einer möglichst großen Fläche des Nationalparks soll das Prinzip „Natur Natur sein lassen“ für alle Tiere gelten – aber eben stets unter Beachtung der Anliegen der angrenzenden Waldbesitzer. In einem ersten Schritt bis zum Jahr 2020 wird auf ca. 30% der Nationalparkfläche die Jagd eingestellt.

Entwicklungsnationalpark - Vorgehen in mehren Teilschritten

Der Nationalpark Schwarzwald möchte den Prozessschutz auf einer möglichst großen Fläche auch für Hirsch, Reh und Wildschwein geltend machen. Problematisch, und diese Grundproblematik haben alle Schutzgebiete von Sibirien über Afrika bis zum Schwarzwald, wird es, wenn Lebewesen aus dem Nationalpark in die angrenzenden, vom Menschen bewirtschafteten Gebiete wandern und dort mit deren Interessen kollidieren.

Der Nationalpark Schwarzwald wird daher vorsichtig und in mehreren Teilschritten vorgehen, um die Belastung für die Anrainer möglichst gering zu halten.

Der Prozessschutz (= „Natur Natur sein lassen“) kann nicht sofort vollständig umgesetzt werden.

Deshalb ist der Nationalpark Schwarzwald ein sogenannter Entwicklungsnationalpark. Er hat 30 Jahre Zeit, sich der Vision „Natur Natur sein lassen“ Schritt für Schritt anzunähern.

Schritt 1: Jagdfreie Kernzone auf ca. 30% der Fläche.

Bis 2020 wird auf ca. 30% der Nationalparkfläche die Jagd eingestellt.

Aus Rücksicht auf die angrenzenden Waldbesitzer wird auf über zwei Drittel der Fläche weiterhin intensiv gejagt.

Was ist denn nun mit der Jagd im Nationalpark?

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Es bleibt ein komplizierter Aushandlungsprozess zwischen dem Auftrag des Nationalparks, so wenig wie möglich zu jagen – und dem Anspruch der Waldnachbarn, so viel wie nötig zu jagen.

Der Plan, ab 2020 im größten Teil der Kernzone (im Moment rund 30 Prozent des Schutzgebiets) nicht mehr zu jagen, ist ein erster großer Schritt. Nach den internationalen Vorgaben für Entwicklungsnationalparke dürfte ab 2044 auf 75 Prozent der Fläche nicht mehr gejagt werden.

Auch wenn das bis jetzt noch keinem deutschen Nationalpark gelungen ist – das Team im Schwarzwälder Schutzgebiet ist fest entschlossen, weiter an diesem Ziel zu arbeiten und ist zuversichtlich, dieses Ziel 2044 zusammen mit den Nachbarinnen und Nachbarn erreichen zu können.